Hilfe, ich habe Verstopfung

Wenn der Darm streikt, fühlen wir uns unwohl und müde. Eine gelegentliche Verstopfung lässt sich leicht beheben, schwierig wird es bei einer chronischen.

Das kennt bestimmt jeder: zu viel, zu fettig, ungewohntes Essen. Obendrauf auch noch Stress. Auf einmal streikt der Darm. Es drückt und zwickt, aber auf der Toilette passiert nichts. Verstopfung.

Unter Verstopfung, auch als Obstipation bekannt, hat jeder schon einmal gelitten. Dann ist der Darm träge, der Stuhl ist hart und generell fühlt man sich einfach unwohl. Eine vorübergehende Verstopfung ist keine Seltenheit. Stress auf der Arbeit, Schichtdienst oder ungesunde Ernährung lassen unseren Darm schon mal streiken. Eine gelegentliche Verstopfung lässt sich oft mit einfachen Mitteln beheben. Da hilft schon eine Ernährungsumstellung und etwas mehr Bewegung. Schwieriger wird es, wenn das Problem langfristig besteht. Von einer chronischen Verstopfung sprechen Experten, wenn seit mindestens drei Monaten eine subjektiv unbefriedigende Stuhlentleerung besteht.

Was passiert im Darm bei einer Verstopfung?

Der Darm und das Gehirn sind durch ein komplexes Nervensystem miteinander verbunden. So kann sich etwa starker Stress negativ auf unsere Verdauung auswirken.

Wenn jemand weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat und dabei stark pressen muss, spricht man von einer Verstopfung. Dabei gelangt die Nahrung nur langsam durch den Magen-Darm-Trakt und die wellenartige Bewegung des Darms (Peristaltik)  schiebt den Stuhl nicht weiter. Oft entsteht das Gefühl, einen harten Klumpen im Bauch zu tragen.

Eine Verstopfung kann in jedem Alter auftreten, jedoch wird der Darm im Alter immer träger. Deshalb ist es wichtig, die Verdauung und den Magen-Darm-Trakt stets fit zu halten.

Warum verstopft der Darm? 

Der Darm ist im Durchschnitt acht Meter lang. Das bedeutet viel Verdauungsarbeit. Er besteht aus dem Dünndarm und dem Dickdarm. Letzterer setzt sich aus dem Blinddarm, dem Grimmdarm (Kolon) und dem Enddarm zusammen.

Zum Enddarm gehören der Mastdarm (Rektum) und der eigentliche Darmauslass mit seiner Schliessmuskelkonstruktion (After, Anus oder Analkanal). Die Auskleidung des extrem feinnervigen Analkanals weist Übergänge von der äusseren Haut zur inneren Darmschleimhaut auf.

Den inneren Schliessmuskel können wir nicht kontrollieren, jedoch aber den Äusseren. Die Darmentleerung mit der Peristaltik ist ein komplizierter Vorgang. Zahlreiche Nerven auf der Darmschleimhaut regulieren dieses Verfahren. Wie in einem Orchester macht auch das passende Zusammenspiel von Darm, Nerven und Gehirn eine sinnvolle Abfolge von Bewegungen und reguliert so die Verdauung. Wenn das Zusammenspiel gestört ist, kommt es zu einer Verstopfung. Wenn man an einer Verstopfung leidet, sollte man zuerst auf seine Ernährung und seinen Lebensstil schauen. Haben wir genug getrunken und uns ausreichend bewegt? Zu wenig Flüssigkeit aber auch Verkrampfungen durch Stress oder Bewegungsmangel können Ursachen sein.

Hinter einer Verstopfung können allerdings auch schwerwiegende Krankheiten stecken. Zum Beispiel Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus oder Muskelerkrankungen, die auch die Darmmuskeln in Mitleidenschaft ziehen können.

Ursachen einer vorübergehenden Verstopfung können zum Beispiel sein:

  • tagelang zu wenig trinken
  • ballaststoffarme Ernährung
  • wenig Bewegung
  • eine fieberhafte Erkrankung
  • aus Zeitnot den Toilettengang verkneifen
  • Anpassungsprobleme des Darms - zum Beispiel bei Schichtdienst, langem Ausschlafen am Wochenende, Jetlag, ungewohnter Nahrung
  • Reisen - insbesondere an den ersten drei Reisetagen haben viele Menschen leichte Verstopfungen.

Wie lässt sich eine vorübergehende Verstopfung lösen?

Um den Darm wieder zügig in Gang zu bringen, helfen zuerst Entspannungsübungen und tiefes atmen. Auch Bauchmassagen helfen, die Verstopfung zu lösen. Am besten vor dem Aufstehen den Bauch mit kreisenden Bewegungen massieren. Eine positive Einstellung hilft generell, das Stresslevel zu senken und Verspannungen zu lockern. Ausserdem helfen auch probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Joghurt mit Leinsamen oder Flohsamenschalen. Leichte Bewegung am Morgen regt den Kreislauf und auch die Verdauung an.

Was kann vorbeugend gegen Verstopfung helfen?

Wer ausreichend trinkt (1,5 bis 2 Liter), tut seinem Verdauungssystem schon viel Gutes. Allein mit Wassernachschub kann harter Stuhl aufgeweicht werden, sodass er seinen Weg nach aussen findet. Eine kurze Ruhephase nach einer Mahlzeit hilft, den Verdauungsprozess in Gang zu bringen, aber auch Bewegung ist förderlich für die Verdauung. Allerdings sollte man intensive sportliche Aktivitäten, wie etwa joggen nach dem Essen vermeiden. Denn ansonsten wird das Blut, das für die Verdauung benötigt wird, zur Muskulatur transportiert und dadurch das Verdauungssystem gehemmt.

Wann gilt eine Verstopfung als chronisch?

Wenn man länger als drei Monate am Stück verstopft ist, spricht man von einer chronischen Verstopfung. Dies kann auch der Fall sein, wenn jemand täglich Stuhlgang hat, denn von chronischer Verstopfung spricht man, sobald zwei der folgenden Symptome auftreten:

  • Die Betroffenen haben oft das Gefühl, dass sich ihr Darm durch einen Toilettengang nicht ganz entleert.
  • Sie haben höchstens drei Stuhlgänge pro Woche.
  • Es ist sehr starkes Pressen nötig.
  • Die Betroffenen haben das Gefühl, der Darmausgang sei blockiert.

Es ist ratsam, zum Arzt zu gehen, wenn eine Verstopfung plötzlich eintritt und Symptome wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Fieber, starke Bauchschmerzen auftreten. Dann könnte ein Darmverschluss vorliegen.

Was kann eine chronische Verstopfung verursachen?

Ob Stress, Flüssigkeitsmangel, Bewegungsmangel und ballaststoffarmes Essen hier eine Rolle spielen, ist bis heute nicht eindeutig belegt.
Möglicherweise tragen sie zur Verstopfung bei - wenn jemand bereits eine Veranlagung dazu hat. Weiterhin gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die ursächlich an einer dauerhaft gestörten Passage des Stuhls durch den Darm beteiligt sein können.

Wie lässt sich eine chronische Verstopfung behandeln?

Das hängt vom Auslöser ab. Generell gilt: mehr Bewegung, weniger Stress.
Eine ausgewogene Ernährung und eine positive Lebenseinstellung wirken sich grundsätzlich gut auf das Verdauungssystem aus. Sogenannte Entlastungs- oder Fastentage können eine Wohltat sein. Der Darm kann sich ausruhen und regenerieren. Eine langfristige Ernährungsumstellung hilft, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Wer nach vier Wochen immer noch eine Verstopfung hat, sollte ärztlichen Rat suchen.

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